Mini-Cast
Wahlmodul im WiSe 2026
Das 20. Jahrhundert ist das Zeitalter des Betons. Kein anderer Baustoff hat das Bauen in der Zeit von ca. 1890 bis heute mehr geprägt. Seine hohe Dauerhaftigkeit, die vergleichsweise günstigen Herstellungskosten sowie die guten mechanischen und bauphysikalischen Eigenschaften haben Beton zu einem unersetzlichen Material in der Architektur werden lassen und seinen massenhaften Einsatz besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedingt. Nachhaltigkeit war in dieser Phase ein Thema, mit dem sich nur wenige Architekten, Ingenieure und Bauherren auseinandergesetzt haben. Erst der Klimawandel und ein wachsendes Bewusstsein für die Endlichkeit unserer natürlichen Ressourcen haben den kritischen Blick auf die aktuelle Bauproduktion befördert. Auch der Beton gehört aufgrund des hohen Primärenergieeinsatzes bei der Zement- und Stahlherstellung aber auch wegen der Freisetzung großer Mengen CO2 während des Herstellungsprozesses zu den klimaschädlichsten Baumaterialien. Darüber hinaus werden natürliche Ressourcen wie Sand und Kies, die bei der Herstellung benötigt werden, vielerorts knapp. Dies macht es notwendig, im Betonbau wieder vermehrt über effiziente, materialsparende Konstruktionen nachzudenken. Hier muss nicht alles neu erfunden werden, sondern es lohnt sich ein Blick zurück in die Zeit von 1930 bis 1980. In dieser Phase befassten sich mehrere Architekten und Ingenieure mit der Entwicklung materialsparender Betonstrukturen. Diese waren nicht nur effizient im Sinne eines geringen Materialverbrauchs, sondern in der Regel auch von großer gestalterische Eleganz und konstruktiver Intelligenz geprägt. Das Seminar richtet den Blick auf exemplarische Bauten von Pier Luigi Nervi, Angelo Mangiarotti, Harry Seidler und anderer. In der analytischen Auseinandersetzung mit ihren Konstruktions- und Gestaltungsprinzipien werden in dem Seminar die Grundlagen geschaffen, um selber materialsparende, elegante und intelligente Betonstrukturen zu entwerfen. Der zentrale Teil des Seminars besteht in der Umsetzung der eigenen Entwürfe in großmaßstäblichen Betongussmodellen. Dabei bedienen wir uns verschiedener Techniken wie 3D-Druck, Silkonabformung und Betonguss. Dieser Teil des Seminars erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem FormLab. Die Bearbeitung erfolgt in Teams mit jeweils drei Studierenden.
| Studiengang: | B.Sc. Architektur |
| Modul: | Wahlmodul (3 CP) |
| Lehrpersonen: | Dr.-Ing. Christian Schätzke |
| Teilnehmer: | max. 30 Personen |
| Anmeldung: | über RWTHonline |
| Start: | Freitag, 16.04.2026, 10:00 im Lehrstuhl |
| Regeltermin: | Freitag, 10:00 -12:00 Uhr |